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10.10.2017

Modellprojekt "Einbindung der Hausarztpraxen bei Demenz"

Im Landkreis Hildesheim werden Hausarztpraxen zum Thema Demenz geschult und vernetzt. Am 6. Juni 2018 fand eine Fachtagung im Kreishaus statt.

Der Landkreis Hildesheim führt in Kooperation mit der Ärztekammer Niedersachsen, Bezirksstelle Hildesheim, und der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen, dass Modellprojekt „Einbindung der Hausarztpraxen bei Demenz“ durch. Das 2-jährige Projekt (September 2016 bis August 2018) wird über das Bundesprogramm „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“ gefördert.

 Infolge der steigenden Lebenserwartung der Menschen wächst die Wahrscheinlichkeit, mit zunehmendem Alter an Demenz zu erkranken. Im Landkreis Hildesheim leben z. Zt. ca. 5.800 Demenzerkrankte. Bis 2030 wird sich der Anteil der Menschen mit Demenz voraussichtlich um 40 % erhöhen.Die Erfahrung zeigt, das Demenzerkrankte oft viel zu spät Hilfen zur besseren Bewältigung ihres Alltags und der Erkrankung annehmen. Auch die pflegenden Angehörigen erhalten Beratung und Entlastung nicht selten erst dann, wenn sie bereits an ihren Belastungsgrenzen geraten sind. Zudem sind Beratungs- und Unterstützungsangebote häufig nicht bekannt.

 Im Rahmen des Modellprojektes wurde eine Informationsmappe erstellt und jeweils 10 Exemplare an alle Hausarztpraxen im Landkreis kostenlos verteilt. Die Informationsmappe bietet einen umfassenden Überblick über die vielfältigen wohnortnahen nichtärztlichen Beratungs- und Hilfsangebote und wird bei einer entsprechenden Diagnose an die Betroffenen oder ihren Angehörigen ausgehändigt. Die Inanspruchnahme der Angebote kann dazu beitragen, dass Menschen mit Demenz so lange wie möglich eigen- und selbständig im gewohnten sozialen Wohnumfeld verbleiben können. Dadurch werden auch die Angehörigen bei der Versorgung und Pflege spürbar entlastet.

Zudem wurden im März und August 2017 in Hildesheim sowie Alfeld Fortbildungen für Hausärzte und Medizinische Fachangestellte (MFA) mit insgesamt 66 Teilnehmern (27 Ärzte und 39 MFA) durchgeführt. Im Rahmen der Fortbildung wurden die Grundlagen der Diagnostik, Testverfahren, medikamentösen Behandlung, rechtliche Aspekte und Inhalte der Informationsmappe vermittelt. Die Resonanz war bei allen Beteiligten sehr positiv.

Neben einer regelmäßigen Öffentlichkeitsarbeit ist ein weiterer Erfahrungsaustausch, die Einbindung in dem Netzwerk „Mit Denken – Demenzfreundliche Region Hildesheim“ und am 6. Juni 2018 eine abschließende Fachtagung geplant. Das Programm zur Fachtagung finden Sie hier.

Für weitere Informationen steht beim Landkreis Hildesheim Manuel Stender, Tel. 05121/ 309-1591, E-Mail: manuel.stender@landkreishildesheim.de zur Verfügung.

Autor/in: senioren-Beratungsnetz