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Pflegeleistung

Vorraussetzung für die Inanspruchnahme von Pflegeleistungen ist die Eingruppierung in eine Pflegestufe.

Pflegegrad 1

*Pflegegrad 1 Pflegebedürftige mit einer geringen Beeinträchtigung der Selbständigkeit erhalten einen zweckgebundenen Entlastungsbetrag von 125 Euro. Der Betrag kann für Kurzzeit und Tagespflege oder Anbieter anerkannten Unterstützungsleistungen oder für Leistungen von Pflegediensten im Bereich Körperpflege, Betreuung und Hauswirtschaft verwendet werden. Diese Personen können 40 Euro für Verbrauchspflegehilfsmittel, einen Zuschlag von 214 Euro für ambulant betreute Wohngruppen und Zuschüsse zur Wohnumgestaltung (bis zu 4000 Euro) beanspruchen.

Pflegegeld für private Pflegehilfen (§ 37 SGB XI)

Pflegegeld (Angehörige oder ehrenamtlich Pflegende)

 

Pflegegrad 1            * -

Pflegegrad 2        316 Euro

Pflegegrad 3        545 Euro

Pflegegrad 4        728 Euro

Pflegegrad 5        901 Euro

Pflegesachleistung für ambulante Pflegedienste (§ 36 SGB XI)

Pflegesachleistungen bei der Inanspruchnahme eines Pflegedienstes
Im Bereich der Tagespflegeleistungen werden die gleichen Beträge zugrunde gelegt

Pflegegrad 1           * -

Pflegegrad 2         689 Euro

Pflegegrad 3       1298 Euro

Pflegegrad 4       1612 Euro

Pflegegrad 5       1995 Euro

Kombinationsleistungen (§ 38 SGB XI)

Sollten die Pflegesachleistungen nicht vollständig aufgebraucht werden, wird das Pflegegeld anteilig ausbezahlt. Die Aufteilung wird prozentual verrechnet. Beispiel: Werden 60% Pflegesachleistungen verbraucht, bekommt man 40% Pflegegeld ausbezahlt.

Zweckgebundenen Entlastungsbetrag (§  45 b SGB XI)

Jeder Pflegebedürftige hat einen monatlichen Anspruch auf einen Pauschalbetrag von 125 Euro.  Dieser Betrag wird nicht ausgezahlt, sondern kann zur Inanspruchnahme von Leistungen der Tages- und Nachtpflege, der Kurzzeitpflege, der zugelassenen Pflegedienste oder mit „anerkannten niedrigschwelligen Betreuungs- und Entlastungsangeboten“ abgerechnet werden. Zusätzlich können bis zu 40% der nicht aufgebrauchten Pflegesachleistungen für die niedrigschwelligen Angebote mit verwendet werden.

Verhinderungspflege (§ 39 SGB XI)

Nach mind.6 monatigen Bezug von Pflegeleistungen besteht ein jährlicher Anspruch auf Ersatzpflege. Diese kann bei vorübergehender Verhinderung der Pflegeperson durch Urlaub, Krankheit oder anderen Gründen bestehen. Die Pflegekasse übernimmt die Kosten für längstens 6 Wochen pro Kalenderjahr in einer teil- bzw. vollstationären Einrichtung oder bis zu 1.612 Euro für eine stundenweise Vertretung durch einen Pflegedienst oder ehrenamtliche Pflegeperson. Außerdem können bis zu 50% der nichtgenutzten Kurzzeitpflegeleistungen (806 €) zusätzlich für Verhinderungspflege ausgegeben werden.

Kurzzeitpflege (§ 42 SGB XI)

Kann die häusliche Pflege zeitweilig nicht, noch nicht, oder nicht im erforderlichen Umfang erbracht werden, kann eine vollstationäre Pflege in einem Pflegeheim für längstens 8 Wochen pro Kalenderjahr in Anspruch genommen werden. Die Pflegekasse trägt die Pflegekosten bis zu einem Höchstbetrag von 1.612 Euro. Bei der Kurzzeitpflege sind die Kosten für Investition, Unterkunft und Verpflegung vom Pflegebedürftigen zu tragen. In Landkreis und Stadt Hildesheim gibt es mehrere "solitäre Pflegeeinrichtungen" bei denen das Land die Investitionskosten übernimmt.

Die Leistungsbeträge für Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege können miteinander kombiniert werden, so dass über 8 Wochen pro Kalenderjahr möglich sind.

Sollten im Kalenderjahr keine Kurzzeitpflege in Anspruch genommen werden, können 50% (806€) für Verhinderungspflege verwendet werden.

Tagespflege (§ 41 SGB XI)

Tagespflege ist ein teilstationäres Angebot. Die Gäste der Tagespflege wohnen weiterhin zu Hause, werden aber tagsüber in einer Einrichtung von qualifizierten Mitarbeitern betreut. Die Pflegebedürftigen werden wahlweise an bis zu 5 Tagen in der Woche, meist morgens abgeholt und nachmittags zurück nach Hause gebracht. Für die Leistungen der Tages- und Nachtpflege werden die gleichen Beträge wie die Pflegesachleistungen der einzelnen Pflegestufen zu Grunde gelegt.

Vollstationäre Pflege

Leistungsbetrag Stationär

Pflegegrad 1          125 Euro *

Pflegegrad 2        770 Euro

Pflegegrad 3       1262 Euro

Pflegegrad 4       1775 Euro

Pflegegrad 5       2005 Euro

 

Einrichtungseinheitlicher pflegebedingter Eigenanteil

In den vollstationären Pflegeeinrichtungen gibt es in Zukunft für die Pflegegrade 2 bis 5 einen einheitlichen Eigenanteil, den jede Einrichtung mit der Pflegekasse/dem Sozialhilfeträger individuell ermittelt. Das heißt: es gibt innerhalb einer Einrichtung keinen Unterschied mehr bei den Pflegekosten, egal in welchem Pflegegrad der Bewohner sich befindet.